Kellerinnenabdichtung auf marodem Stampfbeton: erst verfestigen, dann abdichten
30. Oktober 2026Ein feuchter Keller ist mehr als ein Schönheitsfehler. Abplatzender Putz, Salzausblühungen und ein muffiger Geruch zeigen, dass Wasser in der Wand arbeitet. Wer hier nur neu streicht oder einen beliebigen Putz aufträgt, hat das Problem meist nach kurzer Zeit wieder. In diesem Beitrag zeigen wir an einem aktuellen Projekt aus unserer Region, wie wir einen Keller von innen saniert haben und warum gerade der Untergrund über den Erfolg entscheidet.
Die Ausgangslage
In einem älteren Wohnhaus im Raum Osterode waren die Kellerwände im unteren Bereich deutlich durchfeuchtet. Der alte Putz war mürbe und löste sich in Schollen von der Wand, an vielen Stellen zeigten sich Ausblühungen und Verfärbungen. Der Raum hatte früher als Öltanklager gedient. Die Tanks waren bereits ausgebaut, die alte Beschichtung aus dieser Zeit musste bei der Vorbereitung aber mit berücksichtigt werden.

Ausgangszustand: Feuchteschäden und abplatzender Putz im Sockelbereich der Kellerwand.
Bevor wir irgendetwas abdichten, messen wir. Mit Feuchtemessgerät und Wärmebildkamera haben wir die Wände untersucht und die Messwerte dokumentiert. So sehen wir, wie weit die Feuchtigkeit reicht und wo die Schwerpunkte liegen. Die Messungen zeigten deutlich erhöhte Werte in der Wand. Vor Beginn der Arbeiten messen wir auch den Radonwert. Radon ist ein natürliches radioaktives Gas aus dem Erdreich, das über Kellerwände und Böden in ein Gebäude gelangen kann.

Feuchtemessung an der Kellerwand. Die Werte werden für die Dokumentation gespeichert.

Vor Beginn der Arbeiten messen wir auch den Radonwert im Keller.
Altputz runter, Untergrund freilegen
Im ersten Schritt haben wir den alten, durchfeuchteten und salzbelasteten Putz vollständig bis auf den Untergrund abgeschlagen. Dabei arbeiten wir mit Absaugung und Lüfter, damit der Staub nicht im ganzen Haus landet. Der Bauschutt wird anschließend fachgerecht entsorgt.

Der alte Putz wird bis auf den Untergrund entfernt, der Staub wird direkt abgesaugt.
Warum der marode Untergrund erst verfestigt werden muss
Nach dem Abschlagen kam die eigentliche Herausforderung zum Vorschein: Die Kellerwände bestehen aus altem Stampfbeton, und der war stellenweise sehr marode. Die Oberfläche sandete, das Gefüge war locker und mürbe. Auf so einem Untergrund hält keine Abdichtung dauerhaft. Eine Dichtschlämme ist nur so gut wie die Fläche, auf der sie haftet. Ist der Untergrund mürbe, reißt die Abdichtung mitsamt der obersten Schicht wieder ab, und das Wasser findet seinen Weg.

Freigelegter Stampfbeton: mürbe, sandend und stark durchfeuchtet. So kann keine Abdichtung halten.
Deshalb haben wir den Stampfbeton zunächst verfestigt. Dafür kam Remmers Kiesol zum Einsatz, eine Verkieselung, die tief in den Untergrund eindringt. Sie bindet lose Bestandteile, festigt das Gefüge und verringert die Wasseraufnahme. Gleichzeitig bereitet sie den Untergrund so vor, dass die anschließende Dichtschlämme sicher haften kann.
Spritzabdichtung mit temperierter, sulfatbeständiger Dichtschlämme
Das Besondere an dieser Baustelle war die Abdichtung im Spritzverfahren. Statt die Dichtschlämme nur mit Bürste oder Kelle aufzutragen, haben wir sie maschinell auf die unebene Wand gespritzt. Verwendet haben wir eine sulfatbeständige Dichtschlämme, die Remmers Sulfatexschlämme. Der Vorteil des Spritzens: Das Material wird mit Druck in Poren, Risse und Vertiefungen eingebracht und verkrallt sich gut mit dem rauen Untergrund. Gerade bei einem so unebenen und porösen Stampfbeton erreichen wir damit eine geschlossene, gleichmäßige Schicht.

Spritzabdichtung: Die sulfatbeständige Dichtschlämme wird mit Druck auf den verfestigten Untergrund aufgebracht.

Nahaufnahme am Wandfuß: Die Dichtschlämme wird mit Druck in Poren und Hohlräume des mürben Stampfbetons gespritzt.
Warum temperiert? Mineralische Baustoffe reagieren chemisch, und diese Reaktion hängt stark von der Temperatur ab. Kellerwände sind oft auch im Sommer kühl. Ist alles zu kalt, laufen die Prozesse langsamer und weniger zuverlässig ab. Deshalb stimmen wir die Verarbeitung auf die Bedingungen vor Ort ab, damit die Abdichtung auch in einem kühlen Keller sicher und dauerhaft mit dem Untergrund verbunden ist.
Warum sulfatbeständig? In alten Kellerwänden stecken häufig Salze, darunter Sulfate. Sie stammen aus dem Erdreich, aus alten Baustoffen oder aus Gipsanteilen, und gerade im Harzvorland sind gipshaltige Böden und Gesteine keine Seltenheit. Sulfate können normale zementgebundene Baustoffe mit der Zeit von innen schädigen. Eine sulfatbeständige Dichtschlämme ist auf diese Belastung ausgelegt und bleibt auch dann dauerhaft wirksam, wenn die Wand salzbelastet ist.

Die gesamte Wandfläche ist mit Dichtschlämme geschlossen.
Sperrputz, Abdichtung und Klimaregulierungsputz
Auf die gespritzte Dichtschlämme folgte ein Sperrputz aus Remmers WP DKS rapid. Er gleicht die Unebenheiten des alten Stampfbetons aus und schafft eine ebene, tragfähige Fläche für die nächsten Schichten.

Der Sperrputz gleicht die unebene Wand aus und schafft eine tragfähige Fläche.
Darauf haben wir mit Remmers MB 2K die eigentliche wasserdichte Schicht aufgebracht. Diese flexible Dickbeschichtung verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Untergrund in den Raum gelangt. MB 2K ist außerdem radondicht geprüft. So ist die Wand sowohl gegen Feuchtigkeit als auch gegen das Eindringen von Radon geschützt.

Vorbereitung für die wasserdichte Schicht mit MB 2K.
Über der Abdichtung folgte der Remmers Klimaregulierungsputz SP Top SL. Er übernimmt eine wichtige Aufgabe als Kondensatpuffer: Feuchtigkeit aus der Raumluft, die sich an kühlen Kellerwänden niederschlagen würde, kann der Putz aufnehmen und später wieder abgeben. So bleibt die Oberfläche trocken, und Schimmel hat deutlich weniger Chancen.

Verarbeitung des Klimaregulierungsputzes, der als Kondensatpuffer wirkt.
Zum Schluss haben wir die Wände mit einer diffusionsfähigen Farbe beschichtet. Das ist wichtig, damit der Klimaregulierungsputz seine Wirkung behält: Eine dichte Farbe würde ihn versiegeln, eine diffusionsfähige Farbe lässt ihn weiter atmen.

Der fertige Kellerraum: trocken, sauber verputzt und diffusionsfähig gestrichen.
Fazit
Diese Baustelle hat wieder gezeigt: Eine Kellerabdichtung ist kein Produkt aus dem Eimer, sondern ein System, das auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt sein muss. Erst messen, dann den alten Putz entfernen, den maroden Untergrund verfestigen, sulfatbeständig abdichten, ausgleichen, wasserdicht beschichten und am Ende mit Klimaregulierungsputz und diffusionsfähiger Farbe abschließen. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wird einer davon abgekürzt, steht die Feuchtigkeit oft schon nach wenigen Jahren wieder an der Wand. Im nächsten Schritt wird auch der Kellerfußboden noch beschichtet, damit Wand und Boden ein geschlossenes System bilden. Wie es bei diesem Haus außen am Sockel weitergeht, zeigen wir in einem der nächsten Beiträge.
Sie haben feuchte Kellerwände, abplatzenden Putz oder Salzausblühungen? Wir schauen uns das gerne vor Ort an, messen die Feuchtigkeit und beraten Sie, welche Lösung für Ihr Haus sinnvoll ist. Am schnellsten erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unserer Website www.schaper-bausanierung.de oder telefonisch.
Schaper Bausanierung
Gleichen-Rittmarshausen
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